Was bedeuten die wichtigsten Steuerbegriffe?

Stand: · Werte für das Steuerjahr 2025

Hier erklären wir die wichtigsten Steuerbegriffe in wenigen Sätzen. Zu jedem Begriff führt ein Link zu dem Steuertipp, der ihn ausführlich behandelt. Über das Suchfeld springst Du direkt zum gesuchten Begriff.

Wer ist Arbeitgeber?

Arbeitgeber ist, wer Dich beschäftigt und Dir Lohn zahlt, ein Mensch oder ein Unternehmen. Für die Steuer erledigt er drei Dinge. Er ruft mit Deiner Steuer-ID Deine Lohnsteuerabzugsmerkmale bei der Finanzverwaltung ab, darunter die Steuerklasse. Er zieht jeden Monat die Lohnsteuer vom Lohn ab und überweist sie ans Finanzamt. Und nach dem Jahresende oder wenn Du aufhörst, übermittelt er Deine Lohnsteuerbescheinigung. Beim Minijob zahlt er meist eine Pauschsteuer von 2 Prozent selbst. Was er Dir außer Geld gibt, etwa ein Jobticket, ist ein geldwerter Vorteil.

Wer ist Arbeitnehmer?

Arbeitnehmer ist, wer angestellt ist und dafür Arbeitslohn bekommt. Auch als Werkstudent, im Ferienjob und im bezahlten Praktikum bist Du Arbeitnehmer. Steuerlich heißt das Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit, in der Steuererklärung stehen sie in der Anlage N. Von Deinem Lohn behält der Arbeitgeber Lohnsteuer ein, und ohne Nachweis zieht das Finanzamt den Arbeitnehmer-Pauschbetrag ab. Wer auf eigene Rechnung arbeitet, etwa mit Nachhilfe auf Honorarbasis, ist selbständig und kein Arbeitnehmer. Welche Abgaben bei welcher Jobform anfallen, steht im Artikel Studentenjob und Steuern.

Ist BAföG steuerfrei?

Ja, BAföG ist steuerfrei (§ 3 Nr. 11 EStG). Als Einnahme gehört es nicht in die Steuererklärung, es löst keine Pflicht zur Abgabe aus und unterliegt nicht dem Progressionsvorbehalt. BAföG ist die staatliche Ausbildungsförderung nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz, für Schüler und Studenten. Im Studium bekommst Du die Hälfte als Zuschuss, die andere Hälfte als zinsloses Darlehen. Eine Promotion fördert das BAföG nicht. Neben dem BAföG darfst Du bis 6.672 € im Jahr dazuverdienen, ohne dass etwas angerechnet wird. Mehr dazu steht im Artikel zum Studentenjob.

Was ist die Einkommensteuer?

Die Einkommensteuer ist die Steuer auf Dein Einkommen eines Kalenderjahres. Besteuert wird das zu versteuernde Einkommen, also was von Deinen Einnahmen nach Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen übrig bleibt. Das Einkommensteuergesetz kennt sieben Einkunftsarten. Für Studenten sind es meist Lohn aus dem Nebenjob, Honorare aus selbständiger Arbeit, Kapitalerträge und Mieten, etwa aus der Vermietung über Airbnb.

Der Steuersatz beträgt 0 % bis 12.096 €, darüber von 14 % steigend bis 42 % ab 68.481 € und 45 % ab 277.826 €. Wie der Tarif oberhalb des Grundfreibetrags ansteigt, zeigt der Artikel zum Grundfreibetrag. Lohnsteuer und Kapitalertragsteuer sind keine eigenen Steuern, sondern Formen der Einkommensteuer. Die Lohnsteuer behält der Arbeitgeber vom Lohn ein, abgerechnet wird mit der Steuererklärung. Die Kapitalertragsteuer von 25 Prozent zieht die Bank von Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen ab, damit ist die Steuer meist erledigt.

Was ist der Steuerbescheid?

Der Einkommensteuerbescheid, kurz Steuerbescheid, ist die Antwort des Finanzamts auf Deine Steuererklärung. Darin steht, wie viel Einkommensteuer Du für das Jahr schuldest, was davon schon bezahlt ist, etwa als Lohnsteuer, und ob Du Geld zurückbekommst oder nachzahlst. Er kommt meist einige Wochen nach der Abgabe, per Post oder digital in Mein ELSTER. Mit dem ersten Bescheid bekommst Du auch Deine Steuernummer. Ist er falsch, hast Du einen Monat Zeit für einen Einspruch. Die Frist beginnt mit der Bekanntgabe, bei einem Brief am vierten Tag nach der Aufgabe zur Post.

Was ist ELSTER?

ELSTER steht für Elektronische Steuererklärung. Es ist das kostenlose Online-Finanzamt der Steuerverwaltung, das Portal heißt Mein ELSTER. Dort gibst Du Deine Steuererklärung ab, stellst Anträge und bekommst auf Wunsch Deinen Steuerbescheid. Für das Benutzerkonto brauchst Du Deine Steuer-ID, der Aktivierungscode kommt per Brief. Wie das geht, zeigt die Anleitung zur ELSTER-Registrierung. Mit dem Belegabruf übernimmt ELSTER Deine Lohnsteuerbescheinigung und Deine Versicherungsbeiträge direkt in die Erklärung. Was Du als Student in welche Zeile einträgst, steht in der Anleitung zur Steuererklärung mit Mein ELSTER.

Was ist der Grundfreibetrag?

Der Grundfreibetrag ist der Teil Deines Einkommens, auf den keine Einkommensteuer anfällt. Er stellt das Existenzminimum steuerfrei und steht im Einkommensteuergesetz (§ 32a EStG). Für das Steuerjahr 2025 liegt er bei 12.096 €, für zusammen veranlagte Ehepaare bei 24.192 €. Er gilt für das zu versteuernde Einkommen, nicht für Deinen Bruttolohn. Beantragen musst Du ihn nicht, er steckt im Steuertarif. Bleibt Dein zu versteuerndes Einkommen darunter, bekommst Du die einbehaltene Lohnsteuer mit der Steuererklärung komplett zurück. Warum das bei Studenten fast immer klappt, erklärt der Artikel zum Grundfreibetrag. Die Tabelle zeigt, wie er gestiegen ist.

Jahr Grundfreibetrag Erhöhung absolut Erhöhung in Prozent
2025 12.096 € 312 € 2,6 %
2024 11.784 € 876 € 8,0 %
2023 10.908 € 561 € 5,4 %
2022 10.347 € 603 € 6,2 %

Was ist die Günstigerprüfung?

Bei der Günstigerprüfung rechnet das Finanzamt zwei Wege durch und nimmt den, der für Dich günstiger ist. Bei Kindergeld und Kinderfreibetrag passiert das automatisch mit der Steuererklärung, ebenso bei der Riester-Förderung. Bei Kapitalerträgen musst Du die Günstigerprüfung in der Anlage KAP beantragen. Dann versteuert das Finanzamt Zinsen, Dividenden und Kursgewinne mit Deinem persönlichen Steuersatz statt mit 25 Prozent Abgeltungsteuer. Im Studium lohnt sich das fast immer. Bleibt Dein Einkommen samt Kapitalerträgen unter dem Grundfreibetrag, bekommst Du die einbehaltene Steuer ganz zurück. Wie Du das einträgst, zeigt der Artikel zu Aktiengewinnen.

Was ist die Lohnsteuer?

Die Lohnsteuer ist die Einkommensteuer auf Deinen Arbeitslohn. Dein Arbeitgeber zieht sie jeden Monat vom Bruttolohn ab und überweist sie ans Finanzamt. Wie viel, hängt von Deiner Steuerklasse ab. Die Lohnsteuer ist nur eine Vorauszahlung, die endgültige Steuer steht im Steuerbescheid. Weil der Arbeitgeber nur den einzelnen Monat kennt, behält er bei wechselndem Verdienst oft zu viel ein, etwa im Ferienjob. Das Geld holst Du mit der freiwilligen Steuererklärung zurück.

Was steht auf der Lohnsteuerbescheinigung?

Die Lohnsteuerbescheinigung zeigt, was Du in einem Jahr bei einem Arbeitgeber verdient hast und was er davon einbehalten hat. Darauf stehen Bruttoarbeitslohn, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer, Deine Beiträge zur Sozialversicherung, die Dauer der Beschäftigung und Deine Steuer-ID. Die Steuernummer darauf gehört Deinem Arbeitgeber, nicht Dir. Der Arbeitgeber übermittelt die Daten bis Ende Februar des Folgejahres elektronisch ans Finanzamt und gibt Dir einen Ausdruck oder eine digitale Fassung. Hattest Du mehrere Arbeitgeber, bekommst Du von jedem eine eigene. Ein pauschal versteuerter Minijob steht auf keiner. In Mein ELSTER holst Du die Werte mit dem Belegabruf direkt in die Steuererklärung, wie die ELSTER-Anleitung zeigt.

Welche Steuerklasse habe ich?

Als lediger Student mit einem Job hast Du Steuerklasse 1. Eine eigene Steuerklasse für Studenten gibt es nicht. Die sechs Lohnsteuerklassen bestimmen, wie viel Lohnsteuer der Arbeitgeber jeden Monat einbehält, und danach auch Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer. An Deiner Jahressteuer ändern sie nichts, die rechnet das Finanzamt mit der Steuererklärung aus.

Steuerklasse Für wen
1 Ledige, Geschiedene, dauernd getrennt Lebende und Verwitwete ab dem zweiten Jahr nach dem Tod des Partners
2 Alleinerziehende, denen der Entlastungsbetrag zusteht
3 Verheiratete mit dem höheren Gehalt, der Partner ist in Klasse 5, außerdem Verwitwete bis zum Ende des Jahres nach dem Tod
4 Verheiratete, der Standard nach der Hochzeit, auf Antrag mit Faktor
5 Verheiratete mit dem kleineren Gehalt, der Partner ist in Klasse 3
6 jeder weitere Job neben dem ersten, außerdem wenn der Arbeitgeber Deine Steuer-ID nicht hat

Ein pauschal versteuerter Minijob läuft ohne Steuerklasse. Wann sich 3 und 5 für Ehepaare lohnt, steht im Artikel zur Steuerklasse 5.

Was sind Pauschbeträge und Pauschalen?

Pauschbeträge, Pauschalbeträge und Pauschalen sind feste Beträge, die Du ohne Einzelnachweis ansetzt. Einige zieht das Finanzamt von selbst ab, auch wenn Deine Kosten niedriger waren. Der wichtigste ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € im Jahr, auch Werbungskostenpauschale genannt. Ihn bekommt jeder mit Arbeitslohn, bei Ehepaaren jeder für sich. Dazu kommen der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € für Kapitalerträge und der Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 €.

Andere Pauschalen trägst Du selbst ein, sie ersetzen nur die Belege. Beispiele sind die Entfernungspauschale von 0,30 € bis 20 km, ab 21 km 0,38 € je Kilometer der einfachen Strecke zur Uni oder zur Arbeit, der Verpflegungsmehraufwand und die Homeoffice-Pauschale von 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr. Daneben gibt es Nichtbeanstandungsgrenzen wie 110 € für Arbeitsmittel, die Finanzämter meist ohne Belege anerkennen, aber nicht müssen. Alle Pauschalen für Studenten mit Betrag und Zeile stehen im Artikel Pauschalen bei der Steuererklärung.

Was ist der Progressionsvorbehalt?

Manche Einnahmen sind steuerfrei, erhöhen aber trotzdem den Steuersatz auf Dein übriges Einkommen. Das ist der Progressionsvorbehalt (§ 32b EStG). Betroffen sind vor allem Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Elterngeld, Krankengeld und Mutterschaftsgeld. Dasselbe gilt für Gehalt aus dem Ausland, das nach einem Doppelbesteuerungsabkommen in Deutschland steuerfrei ist, etwa aus einem Auslandspraktikum. Das Finanzamt rechnet Deinen Steuersatz so aus, als hättest Du diese Beträge verdient, wendet ihn dann aber nur auf Dein übriges Einkommen an. Die steuerfreien Beträge selbst bleiben steuerfrei. Hast Du daneben kein steuerpflichtiges Einkommen, wirkt der Progressionsvorbehalt nicht. Hattest Du Arbeitslohn und mehr als 410 € solcher Leistungen im Jahr, musst Du eine Steuererklärung abgeben. BAföG und steuerfreie Stipendien erhöhen den Steuersatz nicht.

Was sind Sonderausgaben?

Sonderausgaben sind private Ausgaben, die Du trotzdem von der Steuer absetzen darfst. Welche das sind, legt das Einkommensteuergesetz abschließend fest, und sie dürfen weder Werbungskosten noch Betriebsausgaben sein. Die wichtigsten sind Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung, die Kirchensteuer, Spenden und im Erststudium die Kosten Deines Studiums bis 6.000 € im Jahr. Sonderausgaben senken Dein zu versteuerndes Einkommen, aber nur in dem Jahr, in dem Du sie bezahlst. Ohne Einkommen verpuffen sie, und anders als Werbungskosten kannst Du sie nicht als Verlustvortrag in spätere Jahre mitnehmen.

Was ist eine Steuererklärung?

Mit der Steuererklärung meldest Du dem Finanzamt Deine Einkünfte und Ausgaben eines Kalenderjahres. Das Finanzamt rechnet daraus Deine Einkommensteuer aus und zieht ab, was Du schon gezahlt hast, vor allem die Lohnsteuer. Die meisten Studenten müssen keine Steuererklärung abgeben. Freiwillig lohnt sie sich fast immer, sobald Lohnsteuer einbehalten wurde. Bist Du zur Abgabe verpflichtet, ist der 31. Juli des Folgejahres die Frist. Freiwillig hast Du vier Jahre Zeit, für einen Verlustvortrag bis zu sieben Jahre. Früher hieß die freiwillige Erklärung von Arbeitnehmern Lohnsteuerjahresausgleich. Abgeben kannst Du sie kostenlos über ELSTER.

Was ist die Steuer-ID?

Die Steueridentifikationsnummer, kurz Steuer-ID oder IdNr, hat elf Ziffern und gilt ein Leben lang. Das Bundeszentralamt für Steuern schickt sie Dir nach der Geburt oder nach dem Zuzug nach Deutschland per Brief, ohne Antrag. Sie bleibt bei Umzug, Heirat und Jobwechsel gleich. Dein Arbeitgeber braucht sie für den Lohnsteuerabzug, ohne sie rechnet er mit Steuerklasse 6. Auch für ELSTER, das Kindergeld und den Freistellungsauftrag bei der Bank brauchst Du sie. Sie steht auf Deiner Lohnsteuerbescheinigung und auf jedem Steuerbescheid. Findest Du sie nicht, lässt Du sie Dir vom Bundeszentralamt für Steuern noch einmal zuschicken. Wo Du sie und die Steuernummer findest, zeigt der Artikel zum Unterschied zwischen Steuer-ID und Steuernummer.

Was ist die Steuernummer?

Die Steuernummer ist das Aktenzeichen, unter dem Dich Dein Finanzamt führt. Du bekommst sie erst, wenn das Finanzamt eine Akte anlegt, meist mit Deinem ersten Steuerbescheid oder wenn Du Dich selbständig machst. In Deiner ersten Steuererklärung lässt Du das Feld deshalb leer. Die Steuernummer hat zehn bis dreizehn Ziffern, die ersten nennen Dein Finanzamt. Ziehst Du in den Bezirk eines anderen Finanzamts, bekommst Du eine neue. Welches Finanzamt zuständig ist, hängt von Deiner Wohnung ab. Deine Steuernummer steht oben auf dem Steuerbescheid und auf jedem Schreiben des Finanzamts. Die Nummer auf der Lohnsteuerbescheinigung ist die Deines Arbeitgebers.

Was ist ein Verlustvortrag?

Ein Verlustvortrag ist ein Minus aus einem Jahr, das das Finanzamt feststellt und mit Deinem Einkommen in den folgenden Jahren verrechnet. Er entsteht, wenn Deine Werbungskosten höher sind als Deine Einnahmen. Für Studenten geht das nur in einer Zweitausbildung, also im Master, im Bachelor nach einer abgeschlossenen Ausbildung, in der Promotion oder im dualen Studium. Im Erststudium sind die Studienkosten Sonderausgaben, daraus entsteht kein Verlust. Verrechnet wird automatisch im nächsten Jahr mit positiven Einkünften, auch wenn Dein Einkommen ohnehin unter dem Grundfreibetrag läge. Den Zeitpunkt kannst Du nicht wählen. Die Erklärung zur Feststellung kannst Du bis zu sieben Jahre rückwirkend abgeben. Wie das geht, steht im Artikel zum Verlustvortrag als Student, und wie hoch Dein Betrag wird, zeigt der Verlustvortrag-Rechner.

Was ist der Verpflegungsmehraufwand?

Der Verpflegungsmehraufwand ist eine Pauschale für das Essen, wenn Du beruflich oder für das Studium auswärts bist. Belege brauchst Du dafür nicht. Er gilt nur außerhalb Deiner Wohnung und Deiner ersten Tätigkeitsstätte. Im Vollzeitstudium ist das die Uni, für den Weg dorthin gibt es nur die Entfernungspauschale. Im Studium entsteht er etwa bei Exkursionen, bei einem Praktikum in einer anderen Stadt oder im Ausland und beim Auslandssemester, wenn Deine Studienordnung es vorsieht oder erlaubt. Ausführlich erklärt ihn der Artikel zu Reisekosten.

Abwesenheit Pauschale im Inland
mehr als 8 Stunden, ohne Übernachtung 14 €
An- und Abreisetag bei Übernachtung 14 €
24 Stunden 28 €

An derselben Stelle bekommst Du die Pauschale nur für die ersten drei Monate. Erst eine Unterbrechung von vier Wochen startet die Frist neu. Stellt Dir der Arbeitgeber eine Mahlzeit, wird die Pauschale gekürzt. Im Ausland gelten eigene Sätze je Land. Das Bundesfinanzministerium gibt sie jedes Jahr neu heraus, für 2025 im BMF-Schreiben vom 2. Dezember 2024 und für 2026 im BMF-Schreiben vom 5. Dezember 2025. Im Erststudium zählt die Pauschale zu den Sonderausgaben, im Zweitstudium zu den Werbungskosten.

Was sind Werbungskosten?

Werbungskosten sind Ausgaben, mit denen Du Einnahmen erzielst, sicherst oder erhältst (§ 9 EStG). Mit Werbung hat der alte Begriff nichts zu tun. Typisch sind Fahrten zur Arbeit, Arbeitsmittel und Bewerbungen. Auch die Kosten Deines Studiums zählen dazu, aber nur in einer Zweitausbildung, also im Master, im Bachelor nach einer abgeschlossenen Ausbildung, in der Promotion oder im dualen Studium. Dann sind sie unbegrenzt absetzbar, und ohne Einkommen wird daraus ein Verlustvortrag. Im Erststudium sind dieselben Kosten Sonderausgaben.

Hast Du Arbeitslohn, zieht das Finanzamt ohne Nachweis den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € ab. Deine Werbungskosten einzeln einzutragen lohnt sich, wenn sie zusammen darüber liegen oder wenn Du ohne Einkommen einen Verlustvortrag ansammelst. Für viele Posten gibt es Pauschalen.

Werbungskosten Pauschale
Fahrten zur Uni oder zur Arbeit 0,30 € bis 20 km, ab 21 km 0,38 € je Kilometer der einfachen Strecke
Homeoffice 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr
Arbeitsmittel wie Büromaterial 110 € im Jahr ohne Belege, darüber mit Belegen
Telefon und Internet 20 % der Kosten, höchstens 20 € im Monat
Kontoführung 16 € im Jahr für das Gehaltskonto
Bewerbungen ca. 8,50 € bis 15 € je Mappe, 2,50 € je Online-Bewerbung
Umzug für Studium oder Job 964 €, 643 € je weitere Person, ohne eigene Wohnung vorher 193 €
Verpflegung auswärts 14 € oder 28 € am Tag, im Ausland je nach Land

Ohne Pauschale, aber mit Beleg zählen etwa Studiengebühren, Semesterbeitrag, Fachliteratur, Laptop und Reisekosten. Alle Pauschalen mit ihrer Zeile in der Anlage N stehen im Artikel Pauschalen für Studenten, die Liste für das Studium im Artikel zum Verlustvortrag.