Muss man einen Lottogewinn versteuern?
Stand: · Werte für das Steuerjahr 2025
Nein. Ein Lottogewinn ist in Deutschland steuerfrei, egal wie hoch er ist. Das bleibt auch nach einem Jahr so und auch nach zehn. Weder das Finanzamt noch die Steuererklärung bekommen ihn zu sehen. Steuern kosten nur drei andere Dinge. Erstens die Zinsen, die der Gewinn ab dem ersten Tag bringt. Zweitens das Verschenken an Familie und Freunde über den Freibeträgen. Drittens eine Tippgemeinschaft, die ihre Abmachung nicht belegen kann. Für alle drei findest Du hier die Regeln, die Beträge und ein Muster für die Tippgemeinschaft.
Warum ist ein Lottogewinn steuerfrei?
Ein Lottogewinn ist steuerfrei, weil er unter keine Einkunftsart fällt. Das Einkommensteuergesetz kennt sieben Einkunftsarten, vom Arbeitslohn über Mieten bis zu Kapitalerträgen (§ 2 Abs. 1 EStG). Ein Glücksspielgewinn gehört zu keiner davon. Du hast dafür keine Leistung erbracht, sondern Glück gehabt. Deshalb musst Du einen Lottogewinn nicht versteuern. Es gibt keine Gewinnsteuer auf Lotto, keine Versteuerung des Lottogewinns und keine Meldung. Das gilt für 6 aus 49, Eurojackpot, Spiel 77 und Super 6, Rubbellose, die Klassenlotterien, die Fernsehlotterie, Gewinnspiele und Preisausschreiben. Und es gilt in Deutschland für jeden Betrag. Lotto gewonnen heißt steuerlich nur eins, das Geld ist Deins. Müssen Lottogewinne versteuert werden? Nein. Lottogewinne sind steuerfrei, und Lottogewinne versteuern muss niemand. Versteuert werden später nur die Zinsen. Wenn man im Lotto gewinnt, muss man also keine Steuern zahlen. Muss ich meinen Lottogewinn versteuern, wenn er sehr hoch ist? Auch dann nicht.
Der Staat verdient trotzdem mit, nur nicht bei Dir. Die Lotteriesteuer von 20 Prozent steckt bereits im Einsatz, der Veranstalter führt sie ab. Deshalb sind die Quoten so, wie sie sind, und deshalb ist der ausgezahlte Lottogewinn steuerfrei. Auch wer jede Woche spielt und öfter gewinnt, muss seinen Lottogewinn nicht versteuern. Er wird dadurch nicht zum Berufsspieler. Lotto ist reines Glück, und Glück ist kein Gewerbe. Anders ist das nur bei Spielen mit Können, dazu unten mehr.
Muss man einen Lottogewinn nach 1 Jahr versteuern?
Nein. Hartnäckig hält sich die Geschichte, ein Lottogewinn müsse nach 1 Jahr versteuert werden. Oder Lottogewinne seien nur eine bestimmte Zeit steuerfrei. Beides ist falsch. Du musst einen Lottogewinn auch nach 1 Jahr nicht versteuern. Wie lange ein Lottogewinn steuerfrei ist, beantwortet das Gesetz mit „immer". Die Geschichte verwechselt den Gewinn mit seinen Erträgen. Der Gewinn selbst wird nie besteuert. Die Zinsen darauf schon, und zwar vom ersten Jahr an, nicht erst nach einem.
Dem Finanzamt gemeldet wird ein Lottogewinn ebenfalls nicht. Die Lottogesellschaft meldet nichts, Deine Bank meldet nichts. In Deiner Steuererklärung gibt es keine Zeile dafür. Nur bei großen Einzahlungen fragt die Bank nach der Herkunft des Geldes, das verlangt das Geldwäschegesetz. Dafür reicht die Gewinnbestätigung der Lottogesellschaft. Melden musst Du allein eine Schenkung aus dem Gewinn, dazu unten mehr.
Die Zinsen auf den Lottogewinn sind steuerpflichtig
Sobald der Lottogewinn auf dem Konto liegt, verdient er Geld. Dieses Geld ist steuerpflichtig wie jede Kapitalanlage. Zinsen, Dividenden und Kursgewinne kosten 25 Prozent Abgeltungsteuer plus 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag darauf und gegebenenfalls Kirchensteuer. Die Bank behält das automatisch ein. Steuerfrei bleibt nur der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € im Jahr, bei Ehepaaren 2.000 €. Den teilst Du der Bank mit einem Freistellungsauftrag mit.
Beispiel: Eine Million Euro auf einem Festgeldkonto zu drei Prozent bringt 30.000 Euro Zinsen im Jahr. Nach Abzug des Sparer-Pauschbetrags bleiben 29.000 Euro steuerpflichtig. Darauf zahlst Du 7.250 Euro Abgeltungsteuer und 399 Euro Solidaritätszuschlag, zusammen rund 7.650 Euro. Der Lottogewinn selbst ist und bleibt steuerfrei, die Zinsen sind es nicht.
Liegt Dein persönlicher Steuersatz unter 25 Prozent, etwa weil Du sonst wenig verdienst, kannst Du die Kapitalerträge in der Steuererklärung angeben und die Günstigerprüfung beantragen. Dann rechnet das Finanzamt mit Deinem niedrigeren Satz. Wie das bei Aktien und Fonds läuft, steht im Artikel Aktiengewinne versteuern, für eine gekaufte Wohnung im Artikel Mieteinnahmen versteuern.
Wann fällt Schenkungssteuer beim Lottogewinn an?
Schenkungssteuer fällt an, wenn eine Schenkung aus dem Lottogewinn den Freibetrag übersteigt. Wer den Lottogewinn verschenken oder mit Freunden teilen will, stößt damit auf die einzige Steuer, die den Gewinn selbst treffen kann. Im Gesetz heißt sie Schenkungsteuer. Der Freibetrag hängt vom Verwandtschaftsgrad ab. Die Freibeträge gelten je beschenkter Person und werden alle zehn Jahre neu gewährt, nicht jährlich.
| Beschenkte Person | Freibetrag je zehn Jahre | Steuersatz darüber |
|---|---|---|
| Ehepartner, eingetragener Lebenspartner | 500.000 Euro | 7 bis 30 Prozent |
| Kinder, Stiefkinder, Enkel, wenn ihr Elternteil verstorben ist | 400.000 Euro | 7 bis 30 Prozent |
| Enkel | 200.000 Euro | 7 bis 30 Prozent |
| Eltern, Großeltern, Geschwister, Nichten, Neffen, Schwiegerkinder | 20.000 Euro | 15 bis 43 Prozent |
| Freunde, Partner ohne Trauschein, alle anderen | 20.000 Euro | 30 bis 50 Prozent |
Beispiel: Du schenkst Deinem besten Freund 100.000 Euro aus dem Lottogewinn. 20.000 Euro bleiben frei. Auf die übrigen 80.000 Euro zahlt er 30 Prozent, also 24.000 Euro Schenkungssteuer. Dieselbe Summe an Dein Kind wäre komplett steuerfrei.
Die Steuer schuldet der Beschenkte. Du kannst sie übernehmen, dann zählt sie als weitere Schenkung. Jede Schenkung über dem Freibetrag muss innerhalb von drei Monaten beim Finanzamt angezeigt werden (§ 30 ErbStG). Wer viel verteilen will, nutzt die Freibeträge mehrmals. An jedes Kind einzeln, an beide Ehepartner einer Familie getrennt, und nach zehn Jahren noch einmal. Ein Haus an den Ehepartner zu verschenken, in dem Ihr gemeinsam wohnt, ist als Familienheim steuerfrei. Der frühere Vorteil von Immobilien gegenüber Geld ist seit der Neubewertung 2023 sonst weitgehend dahin.
Wie teilt eine Tippgemeinschaft den Lottogewinn ohne Schenkungssteuer?
Die Aufteilung ist steuerfrei, wenn die Tippgemeinschaft schon vor der Ziehung bestand. Dann hat jeder Mitspieler einen eigenen Anspruch auf seinen Anteil. Der Gewinn gehört von Anfang an allen, und die Auszahlung an die Mitspieler ist keine Schenkung. Eine Lotto-Tippgemeinschaft muss ihren Lottogewinn dann nicht versteuern, auch in der Familie oder privat unter Freunden nicht. Das gilt für alle Lotto-Tippgemeinschaften gleich. Der Haken liegt woanders. Einer gibt den Schein ab, und die Lottogesellschaft zahlt an ihn aus. Teilt er dann mit den anderen, sieht das für das Finanzamt zunächst nach Schenkungen aus, mit 20.000 Euro Freibetrag je Mitspieler und bis zu 50 Prozent Steuer darüber.
Beweisen musst Du das, und dafür gibt es die schriftliche Vereinbarung. Eine Tippgemeinschaft ohne Vertrag ist nicht verboten. Sie hat nur ein Beweisproblem, wenn der Jackpot kommt und das Finanzamt nach der Steuer fragt. Der Vertrag braucht keinen Anwalt. Es reichen die Namen der Mitspieler, wer den Schein abgibt, wie viel jeder zahlt, wie der Gewinn aufgeteilt wird, Datum und Unterschriften. Dazu die Quittungen der Spielscheine und die Kontoauszüge mit den Einzahlungen. Viele Lottogesellschaften zahlen auf Wunsch direkt an jeden Mitspieler aus, wenn die Vereinbarung vorliegt.
So kann der Vertrag einer Tippgemeinschaft aussehen
Vereinbarung über eine Tippgemeinschaft
Wir, [Vorname Nachname, Anschrift] und [Vorname Nachname, Anschrift] und [weitere Mitspieler], bilden ab dem [Datum] eine Tippgemeinschaft für die Teilnahme an [Lotto 6 aus 49, Eurojackpot].
[Vorname Nachname] gibt die Spielscheine ab, verwahrt die Quittungen und nimmt Gewinne für die Gemeinschaft entgegen. Jeder Mitspieler zahlt je Ziehung [Betrag] Euro per Überweisung an [Vorname Nachname].
Gewinne stehen allen Mitspielern gemeinsam zu und werden im Verhältnis der Einzahlungen aufgeteilt, bei gleichen Einsätzen zu gleichen Teilen. Die Auszahlung erfolgt innerhalb von zwei Wochen nach Gutschrift. Wer seinen Einsatz für eine Ziehung nicht gezahlt hat, nimmt an deren Gewinn nicht teil.
[Ort], [Datum]
[Unterschriften aller Mitspieler]
Sind Eurojackpot, EuroMillions und Gewinne aus den USA steuerfrei?
Der Eurojackpot ist steuerfrei, für Spieler aus Deutschland genauso wie das Lotto am Samstag. Du spielst ihn über die deutsche Lottogesellschaft, und für die Steuer zählt Dein Wohnsitz. Dasselbe gilt für EuroMillions oder eine spanische Weihnachtslotterie, wenn Du aus Deutschland teilnimmst. Nur behält mancher Staat vor Ort etwas ein. Spanien zieht 20 Prozent auf den Teil des Gewinns ab, der über 40.000 Euro liegt. In den USA behält der Bund bei Ausländern 30 Prozent Quellensteuer ein, je nach Bundesstaat kommen bis zu rund 10 Prozent dazu. Deutschland erstattet diese Steuern nicht, weil es selbst keine erhebt. Ein Lotteriegewinn im Ausland ist hier also steuerfrei, kommt aber nicht immer in voller Höhe an.
Musst Du Sportwetten, Poker und Gewinnspiele versteuern?
Nein. Einen Wettgewinn musst Du nicht versteuern, Glücksspiel-Gewinne ebenfalls nicht. Bei Sportwetten zahlt der Anbieter 5,3 Prozent Wettsteuer auf jeden Einsatz und gibt sie meist an die Spieler weiter. Eine Steuer auf den Gewinn gibt es nicht. Auch Glücksspielgewinne aus Casino, Spielautomat oder Online-Poker bleiben steuerfrei, solange Du Hobbyspieler bist. Wer Poker dagegen professionell betreibt, mit Turnieren, Sponsoren und Gewinnen als Lebensunterhalt, erzielt Einkünfte aus Gewerbebetrieb. Das hat der Bundesfinanzhof 2015 entschieden (X R 43/12), denn Poker ist ein Spiel mit Können. Für Lotto kann das nie gelten.
Bei Gewinnspielen kommt es auf die Gegenleistung an. Der Gewinn aus einem Preisausschreiben oder einer Verlosung ist steuerfrei. Wer für einen Gewinn etwas leistet, etwa wochenlang in einer Fernsehshow auftritt, muss ihn versteuern. So hat der Bundesfinanzhof zu „Big Brother" entschieden (IX R 6/10). Ein Gewinn beim Gewinnspiel Deines Arbeitgebers ist Arbeitslohn. Geldgewinne versteuern musst Du also nur, wenn Du sie Dir erarbeitet hast. Genau das ist beim Lotto nicht der Fall.
Was bedeutet ein Lottogewinn für Bürgergeld, BAföG und Krankenversicherung?
Steuerfrei heißt nicht folgenlos. Beim Bürgergeld zählt ein Lottogewinn seit Juli 2023 als Vermögen. Er ist unschädlich, solange er zusammen mit dem übrigen Vermögen unter dem Schonvermögen von 15.000 Euro je Person bleibt, im ersten Bezugsjahr 40.000 Euro für die erste Person. Darüber endet der Anspruch, bis das Geld aufgebraucht ist. Melden musst Du den Gewinn dem Jobcenter sofort.
Beim BAföG gilt dasselbe Prinzip. Vermögen über 15.000 Euro, ab 30 Jahren 45.000 Euro, wird auf die Förderung angerechnet. Du musst es im nächsten Antrag angeben. Ein Lottogewinn von 50.000 Euro beendet das BAföG also für den nächsten Bewilligungszeitraum, bereits ausgezahlte Monate bleiben unberührt. Das Kindergeld Deiner Eltern ist dagegen sicher. Für Kinder in Ausbildung gibt es seit 2012 keine Einkommensgrenze mehr. Bei der Krankenversicherung zählt nur, was der Gewinn abwirft. Bist Du über Deine Eltern familienversichert, dürfen Deine Einkünfte einschließlich Zinsen 535 € im Monat nicht übersteigen. Sonst musst Du Dich selbst versichern. Freiwillig Versicherte zahlen auf Zinsen und Dividenden Beiträge.
Häufige Fragen
Muss man einen Lottogewinn versteuern?
Nein. Ein Lottogewinn ist in Deutschland steuerfrei, weil er unter keine der sieben Einkunftsarten des Einkommensteuergesetzes fällt. Das gilt für jede Summe, für Lotto, Eurojackpot, Rubbellose und Klassenlotterie, und es gilt für immer. Steuern kosten erst die Zinsen, die der Gewinn bringt, und das Verschenken über den Freibeträgen.
Wie lange ist ein Lottogewinn steuerfrei?
Unbegrenzt. Die Regel, nach einem Jahr müsse man den Lottogewinn versteuern, ist ein Gerücht. Der Gewinn bleibt steuerfrei, solange Du ihn behältst. Was jedes Jahr steuerpflichtig ist, sind die Zinsen, Dividenden oder Mieten, die Du mit dem Geld erzielst.
Wird ein Lottogewinn dem Finanzamt gemeldet?
Nein. Weder die Lottogesellschaft noch die Bank melden den Gewinn, und in die Steuererklärung gehört er nicht. Melden musst Du nur eine Schenkung aus dem Gewinn, innerhalb von drei Monaten, wenn sie über dem Freibetrag liegt. Bei einer Bareinzahlung fragt die Bank nach der Herkunft, dafür reicht die Gewinnbestätigung.
Wie viel Steuern zahlt man auf die Zinsen aus einem Lottogewinn?
25 Prozent Abgeltungsteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer, auf alles über dem Sparer-Pauschbetrag von 1.000 €. Eine Million Euro zu drei Prozent bringt 30.000 Euro Zinsen im Jahr, davon gehen rund 7.650 Euro an das Finanzamt.
Wie viel vom Lottogewinn darf ich steuerfrei verschenken?
An Ehepartner 500.000 Euro, an jedes Kind 400.000 Euro, an Enkel 200.000 Euro, an Geschwister, Nichten, Neffen, Eltern und Freunde 20.000 Euro. Die Freibeträge gelten je Beschenktem und alle zehn Jahre neu. Was darüber liegt, kostet je nach Verwandtschaft 7 bis 50 Prozent Schenkungssteuer.
Muss eine Tippgemeinschaft den Lottogewinn versteuern?
Nein, wenn die Gemeinschaft vor der Ziehung bestand. Dann hat jeder Mitspieler einen eigenen Anspruch auf seinen Anteil, und die Aufteilung ist keine Schenkung. Eine schriftliche Vereinbarung mit Namen, Einsätzen und Verteilungsschlüssel beweist das. Ohne sie kann das Finanzamt die Anteile als Geschenk des Scheinabgebers werten.
Ist der Eurojackpot steuerfrei?
Ja, für Spieler aus Deutschland genauso wie der Lottogewinn beim 6 aus 49. Entscheidend ist Dein Wohnsitz, nicht das Land der Ziehung. Nur bei Lotterien außerhalb Europas, etwa in den USA, behält der Staat dort eine Quellensteuer ein, die Deutschland nicht erstattet.