Welche Pauschalen Studenten bei der Steuererklärung absetzen können

Stand: · Werte für das Steuerjahr 2025

Die wichtigste Pauschale bekommst Du, ohne etwas einzutragen. Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € wird jedem mit Arbeitslohn automatisch abgezogen. Alle anderen Pauschalen bei der Steuererklärung lohnen sich erst, wenn Deine Kosten zusammen darüber liegen. Als Student kommt es außerdem darauf an, ob Du im Erststudium oder im Zweitstudium bist. Hier findest Du alle Pauschalen für Studenten mit Betrag, Nachweis und der Zeile, in die Du sie in der Steuererklärung eintragen musst.

Welche Pauschalen gibt es bei der Steuererklärung?

Die Tabelle zeigt alle Pauschalen, die für Studenten in der Steuererklärung zählen, und wo Du sie in der Anlage N eintragen musst. Steuerpauschalen, Pauschalbeträge oder Pauschbeträge meinen dasselbe, und es gibt sie in zwei Sorten. Pauschbeträge stehen im Gesetz, das Finanzamt muss sie anerkennen. Nichtbeanstandungsgrenzen lassen die Finanzämter erfahrungsgemäß ohne Belege durchgehen, einen Anspruch darauf hast Du aber nicht. Die Pauschalen kannst Du in der Einkommensteuererklärung alle gleich angeben, ob als Werkstudent mit Lohnsteuer oder als Praktikant. Im Erststudium landet alles zusammen in Zeile 13 der Anlage Sonderausgaben, dazu gleich mehr.

Pauschale Betrag Nachweis Wo eintragen
Arbeitnehmer-Pauschbetrag (Werbungskostenpauschale) 1.230 € im Jahr keiner, kommt automatisch nirgends, das Finanzamt zieht ihn selbst ab
Entfernungspauschale (Fahrtkostenpauschale) 0,30 € bis 20 km, ab 21 km 0,38 € je Entfernungskilometer Entfernung und Zahl der Tage Anlage N, Zeilen 29 und 30
Homeoffice-Pauschale 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr Zahl der Tage Anlage N, Zeile 58
Arbeitsmittelpauschale 110 € im Jahr Nichtbeanstandungsgrenze, kein Anspruch Anlage N, Zeile 60
Fachliteraturpauschale gibt es nicht Belege Anlage N, Zeile 60
Telefon- und Internetpauschale 20 % der Kosten, höchstens 20 € im Monat Rechnungen, Nichtbeanstandungsgrenze Anlage N, Zeile 62
Kontoführungspauschale 16 € im Jahr keiner, Nichtbeanstandungsgrenze Anlage N, Zeile 62
Bewerbungskosten ca. 8,50 € bis 15 € je Mappe, 2,50 € online Erfahrungswerte, besser Belege Anlage N, Zeile 62
Verpflegungspauschale 14 € oder 28 € je Tag Zahl der Tage, höchstens drei Monate Anlage N, Zeile 76
Umzugskostenpauschale 964 € keiner, aber beruflicher oder studienbedingter Anlass Anlage N, Zeile 62
Kilometerpauschale für Dienstreisen 0,30 € je gefahrenem Kilometer Fahrtenliste Anlage N, Zeile 66
Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 € im Jahr keiner, kommt automatisch nirgends
Sparer-Pauschbetrag 1.000 € im Jahr Freistellungsauftrag bei der Bank Anlage KAP

Dazu kommen Pauschalen, die nicht Du, sondern Deine Eltern nutzen, etwa der Ausbildungsfreibetrag von 1.200 € für ein auswärts wohnendes Kind. Eine Übersicht darüber findest Du im Artikel 5 Ausgaben im Studium, die Eltern von der Steuer absetzen. Für Selbständige und Freiberufler gelten in der Steuererklärung eigene Pauschalen, etwa Betriebsausgabenpauschalen. Sie kommen hier nicht vor.

Erststudium oder Zweitstudium entscheidet, wo die Pauschalen landen

Werbungskosten im Studium gibt es für Dich als Student nur im Zweitstudium. Das ist ein Masterstudium, ein Studium nach einer abgeschlossenen Berufsausbildung oder ein Fernstudium nach dem ersten Abschluss. Dann gehören Deine Studienkosten samt aller Pauschalen ohne Höchstbetrag in die Anlage N. Hattest Du kein Einkommen, sammelst Du sie als Verlustvortrag für das erste Berufsjahr. Die Steuererklärung im Masterstudium ist deshalb die lohnendste im ganzen Studium.

Im Erststudium, also Bachelor oder Staatsexamen direkt nach der Schule, sind dieselben Kosten Sonderausgaben bis 6.000 € im Jahr (§ 10 Abs. 1 Nr. 7 EStG). Die Pauschalen gelten dort genauso, Du trägst sie nur als eine Summe in Zeile 13 der Anlage Sonderausgaben ein. Der Haken ist ein anderer. Sonderausgaben wirken nur, wenn Du im selben Jahr Einkommen hattest. Ein Verlustvortrag ist damit nicht möglich.

Kosten für einen Nebenjob oder Werkstudentenjob sind immer Werbungskosten, auch im Erststudium. Fahrten zur Arbeit, Arbeitskleidung oder die Kontoführung fürs Gehaltskonto gehören in die Anlage N, egal in welchem Semester Du bist.

Beispiel Erststudium: Ein Bachelorstudent hat im Jahr 899 Euro für einen Laptop, 110 Euro Arbeitsmittel, 240 Euro Internet, 480 Euro Homeoffice-Pauschale und 95 Euro Fachliteratur, zusammen 1.824 Euro. Das trägt er einfach zusammen ein:

Anlage Sonderausgaben

Zeile 13 Aufwendungen für die eigene Berufsausbildung
1.824 €

Die Werbungskostenpauschale für Studenten musst Du nirgends eintragen

Die Werbungskostenpauschale musst Du nirgends eintragen, das Finanzamt zieht sie von selbst ab. Für Studenten ist sie dieselbe wie für alle Arbeitnehmer, der Arbeitnehmer-Pauschbetrag. Hast Du in einem Jahr Arbeitslohn bezogen, zieht das Finanzamt 1.230 € als Werbungskosten ab. Du musst dafür nichts nachweisen und nichts eintragen.

Daraus folgt die wichtigste Regel für alle anderen Pauschalen bei der Steuererklärung ohne Nachweis. Sie bringen erst etwas, wenn Deine Werbungskosten zusammen über 1.230 € liegen. Setzt Du nur 16 Euro Kontoführung und 110 Euro Arbeitsmittel an, bekommst Du keinen Cent mehr zurück. Der Pauschbetrag war ohnehin höher. Erst mit Fahrtkosten, Homeoffice, Laptop und Semesterbeitrag zusammen kippt die Rechnung. Dann zählt jeder Posten.

Im Erststudium gibt es diesen Pauschbetrag für die Studienkosten nicht. Bei den Sonderausgaben zieht das Finanzamt nur den Sonderausgaben-Pauschbetrag von 36 € automatisch ab. Jeder Euro darüber zählt sofort.

Wie hoch ist die Arbeitsmittelpauschale für Büromaterial und Lernmaterial in der Steuererklärung?

Die Arbeitsmittelpauschale beträgt 110 € im Jahr ohne Belege und ist die bekannteste Nichtbeanstandungsgrenze. Viele Finanzämter erkennen den Betrag für Stifte, Blöcke, Ordner, Textmarker, Druckerpapier und anderes Büromaterial an. Die Aufwendungen für Arbeitsmittel als Pauschale haben keine gesetzliche Grundlage, deshalb kann ein Finanzamt auch Belege verlangen. In der Praxis geht der Betrag fast immer durch. Er ist seit Jahren derselbe, für 2022 und 2023 genauso wie heute. Eine eigene Pauschale für Büromaterial oder Lernmaterial gibt es in der Steuererklärung nicht, es ist dieselbe Grenze. Manche nennen sie Pauschalbetrag für Arbeitsmittel oder Steuerpauschale für Arbeitsmittel, gemeint ist immer dieser Betrag.

Die Pauschale für Arbeitsmittel trägst Du in der Steuererklärung in Zeile 60 der Anlage N ein. Dort stehen auch alle weiteren Arbeitsmittel. Hast Du mehr als 110 € ausgegeben, setzt Du die tatsächlichen Kosten mit Belegen an. Die Pauschale ist dann überflüssig. Arbeitsmaterial in der Steuererklärung anzugeben lohnt sich also vor allem bei größeren Anschaffungen.

Den Laptop kannst Du als Student komplett von der Steuer absetzen

Der teuerste Posten ist meist der Laptop. Laptop, Tablet, Monitor, Drucker, Tastatur, Maus und Software kannst Du als Student von der Steuer absetzen. Seit 2021 geht das komplett im Jahr des Kaufs, egal was das Gerät gekostet hat. Die Finanzverwaltung setzt die Nutzungsdauer von Computern und Software auf ein Jahr an, eine Abschreibung über mehrere Jahre entfällt. Nutzt Du den Laptop auch privat, zählt nur der Anteil fürs Studium oder den Job. Ohne Nachweis akzeptiert das Finanzamt meist die Hälfte, mit einer glaubhaften Aufstellung auch mehr. Im Zweitstudium sind das Werbungskosten in Zeile 60 der Anlage N, im Erststudium Sonderausgaben.

Beispiel Masterstudium mit Werkstudentenjob: Wer den Laptop, die Arbeitsmittelpauschale und die Fachliteratur zusammen ansetzt, trägt das so in die Anlage N ein.

Anlage N

Zeile 60 Laptopkosten
899 €
Zeile 60 Bürounterlagen pauschal
110 €
Zeile 60 Fachliteratur
95 €

Eine Fachliteraturpauschale gibt es in der Steuererklärung nicht

Eine Fachliteraturpauschale wird in der Steuererklärung oft gesucht, aber sie existiert nicht. Es gibt sie auch nicht als Nichtbeanstandungsgrenze und auch nicht für 2023 oder frühere Jahre. Fachbücher, Fachzeitschriften, Skripte und Repetitorien sind Arbeitsmittel und zählen mit Beleg in voller Höhe. Fachliteratur in der Steuer anzusetzen ist trotzdem einfach, denn die Belege sind Kassenzettel oder Online-Rechnungen. Wichtig ist nur, dass die Rechnung den Titel nennt, „Buch" reicht dem Finanzamt nicht. Romane, Tageszeitungen und allgemeine Magazine zählen nicht, auch wenn Du Literatur studierst. Die Fachliteratur trägst Du wie alle Arbeitsmittel in Zeile 60 der Anlage N ein.

Bekommen Studenten die Homeoffice-Pauschale?

Ja, die Homeoffice-Pauschale für Studenten beträgt 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr, das sind höchstens 210 Tage. Ein Tag zählt, wenn Du an ihm überwiegend zu Hause gelernt oder gearbeitet hast und die Uni an diesem Tag nicht besucht hast. Lerntage in der Klausurenphase, Tage an der Hausarbeit, Tage im Homeoffice des Werkstudentenjobs, alle zählen. Für denselben Tag gibt es keine Entfernungspauschale. Die Uni ist Deine erste Tätigkeitsstätte, entweder warst Du dort oder zu Hause.

Die Homeoffice-Pauschale trägst Du in Zeile 58 der Anlage N ein, im Erststudium wieder in die Summe der Sonderausgaben. Ein Arbeitszimmer brauchst Du nicht, der Küchentisch reicht. Eingetragen wird nur die Zahl der Tage, den Betrag rechnet das Finanzamt aus. Bei 80 Tagen sind das 480 Euro. Notiere die Tage, das Finanzamt fragt gelegentlich nach. Hast Du ein echtes Arbeitszimmer, geht noch mehr. Das steht im Artikel Homeoffice und Arbeitszimmer steuerlich absetzen.

Zeile 58 Tagespauschale, ein anderer Arbeitsplatz steht zur Verfügung: Anzahl der Kalendertage, an denen die berufliche Tätigkeit ganz oder überwiegend in der häuslichen Wohnung ausgeübt und keine erste Tätigkeitsstätte aufgesucht wurde
80

Fahrtkosten zur Uni und zum Nebenjob kannst Du mit der Entfernungspauschale absetzen

Fahrtkosten zur Uni absetzen kannst Du über die Entfernungspauschale, oft Fahrtkostenpauschale oder Pendlerpauschale genannt. Im Vollzeitstudium gilt die Uni als erste Tätigkeitsstätte (§ 9 Abs. 4 EStG). Deshalb zählt wie beim Arbeitsweg nur die einfache Entfernung, nicht Hin- und Rückweg. Für das Steuerjahr 2025 sind das 0,30 € bis 20 km, ab 21 km 0,38 € je Entfernungskilometer. Ob Du mit dem Auto, dem Rad oder dem Semesterticket fährst, spielt keine Rolle.

Ein Beispiel. Die Uni liegt 10 Kilometer von der Wohnung entfernt, und Du warst an 200 Tagen dort. Das sind 2.000 Entfernungskilometer, mit 0,30 Euro also 600 Euro. Ab dem Steuerjahr 2026 gilt die Entfernungspauschale von 0,38 € ab dem ersten Kilometer. Dieselbe Rechnung ergibt dann 760 Euro. Hat Dein Ticket für Bus und Bahn mehr gekostet als die Pauschale, kannst Du stattdessen die tatsächlichen Ticketkosten ansetzen.

Die Entfernungspauschale trägst Du in der Anlage N in Zeile 29 (Tage) und Zeile 30 (Kilometer) ein. Für den Nebenjob gibt es eine eigene Zeile für die Arbeitsstätte. Fahrten zu Praktika, Exkursionen oder Bibliotheken an anderen Orten sind dagegen Reisekosten. Dafür gibt es 0,30 € je gefahrenem Kilometer für Hin- und Rückweg in Zeile 66.

Zeile 29 Aufgesucht an Tagen
200
Zeile 30 einfache Entfernung in Kilometern
10

Wie hoch ist die Telefon- und Internetpauschale?

Für die Telefon- und Internetpauschale erkennt das Finanzamt 20 % der Rechnung, höchstens 20 € im Monat an, also bis zu 240 € im Jahr. Voraussetzung ist, dass Du Handy, Festnetz und Internet auch fürs Studium oder den Job nutzt. Die Pauschale ist eine Nichtbeanstandungsgrenze mit klarer Regel. Die Rechnungen solltest Du haben, der berufliche Anteil muss nicht belegt werden. Die Summe trägst Du in Zeile 62 der Anlage N ein. Wer nachweislich mehr beruflich telefoniert, etwa im Werkstudentenjob, kann den höheren Anteil mit einer Aufstellung über drei Monate belegen.

Wie hoch ist die Kontoführungspauschale?

Die Kontoführungspauschale beträgt 16 € im Jahr. Die Finanzämter erkennen sie für das Gehaltskonto ohne Belege an, auch dann, wenn das Konto nichts kostet. Die Pauschale gehört in Zeile 62 der Anlage N und zählt nur bei Arbeitslohn, denn sie steht für die Gehaltsüberweisung. Mehr als 16 € gibt es nur mit Nachweis der tatsächlichen Gebühren und ihres beruflichen Anteils.

Bewerbungskosten zählen mit und ohne Belege

Bewerbungskosten für Praktika, Werkstudentenjobs oder die erste Stelle sind Werbungskosten in voller Höhe, mit Belegen. Ohne Belege haben die Finanzgerichte Erfahrungswerte anerkannt, rund ca. 8,50 € bis 15 € je Bewerbungsmappe mit Foto und 2,50 € je Online-Bewerbung. Ein gesetzlicher Anspruch ist das nicht. Tatsächliche Kosten wie Bewerbungsfotos, Mappen, Porto oder Fahrten zum Vorstellungsgespräch bringen mehr. Beides kommt in Zeile 62 der Anlage N.

Zeile 62 Telefon und Internet
240 €
Zeile 62 Kontoführungsgebühren
16 €
Zeile 62 Bewerbungskosten
48 €

Die Verpflegungspauschale gibt es bei Praktikum und Auslandssemester

Bist Du für Dein Studium länger als acht Stunden von Wohnung und Uni weg, steht Dir der Verpflegungsmehraufwand als Pauschale zu, ohne Belege für das Essen. Das gilt etwa bei einem Praktikum in einer anderen Stadt, einer Exkursion oder einem Auslandssemester.

Abwesenheit Verpflegungspauschale im Inland
mehr als 8 Stunden, ohne Übernachtung 14 €
An- und Abreisetag bei Übernachtung 14 €
24 Stunden 28 €

Die Pauschale gibt es für die ersten drei Monate an demselben Ort, danach nicht mehr. Im Ausland gelten eigene, meist höhere Sätze je Land. Wie Du das beim Auslandssemester einträgst, samt Zeilen für die Tage, zeigt der Artikel Auslandssemester in der Steuererklärung angeben. Im Inland gehören die Tage in Zeile 76 der Anlage N.

Die Umzugskostenpauschale gilt auch beim Umzug zum Studienort

Ziehst Du für das Studium oder einen Job in eine andere Stadt, ist der Umzug studienbedingt oder beruflich veranlasst. Dann bekommst Du die Umzugskostenpauschale für sonstige Umzugsauslagen, 964 € für Dich und 643 € für jede weitere Person, die mitzieht. Sie deckt Kleinkram wie Ummeldung, Trinkgelder oder neue Schlüssel ab, ohne Belege. Transporter, Umzugsunternehmen und Fahrten zur Wohnungssuche kommen mit Belegen dazu. Ein Freibetrag ist die Pauschale nicht. Sie ist ein Werbungskostenposten in Zeile 62 der Anlage N, im Erststudium eine Sonderausgabe. Die Einzelheiten stehen im Artikel Umzug steuerlich absetzen.

Wo Du Werbungskosten in der Anlage N eintragen musst

Für Werbungskosten in der Steuererklärung brauchst Du nur eine Handvoll Zeilen, alle in der Anlage N. Wo Du sie eintragen musst, zeigt die Tabelle für Studium und Nebenjob.

Zeile der Anlage N Was dort steht
29 und 30 Entfernungspauschale, Tage und einfache Entfernung zur Uni oder zum Job
58 Homeoffice-Pauschale
60 Arbeitsmittel, also Laptop, Fachliteratur, Büromaterial, Arbeitsmittelpauschale
62 Weitere Werbungskosten, also Semesterbeitrag, Studiengebühren, Telefon und Internet, Kontoführung, Bewerbungen, Umzug
66 Reisekosten für Praktika und Exkursionen
76 Verpflegungspauschalen

Steuerbeispiele: Wie eine komplett ausgefüllte Anlage N aussieht, zeigen die Steuerbeispiele für Studenten. Der Leitfaden zur Steuererklärung mit Mein ELSTER führt Dich Zeile für Zeile hindurch. Ob Du überhaupt abgeben musst, klärt der Überblick, wann Studenten eine Steuererklärung abgeben müssen.

Häufige Fragen

Welche Pauschalen können Studenten bei der Steuererklärung absetzen?

Den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.230 € bekommt jeder mit Arbeitslohn automatisch. Darüber hinaus zählen die Entfernungspauschale für Fahrten zur Uni und zum Job, die Homeoffice-Pauschale mit 6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr, die Arbeitsmittelpauschale von 110 €, die Telefon- und Internetpauschale, die Kontoführungspauschale, Verpflegungspauschalen und die Umzugskostenpauschale.

Gibt es eine Pauschale für Arbeitsmittel?

Kein gesetzliches Recht, aber eine Nichtbeanstandungsgrenze. Viele Finanzämter erkennen 110 € im Jahr für Arbeitsmittel wie Stifte, Blöcke und Ordner ohne Belege an. Eingetragen wird der Betrag in Zeile 60 der Anlage N.

Gibt es eine Fachliteraturpauschale?

Nein. Fachbücher und Fachzeitschriften sind Arbeitsmittel und zählen nur mit Beleg. Hebe die Quittungen auf und trage die Summe in Zeile 60 der Anlage N ein.

Wie viel Homeoffice-Pauschale bekommen Studenten?

6 € pro Tag, höchstens 1.260 € im Jahr, das sind 210 Tage. Ein Tag zählt, wenn Du überwiegend zu Hause gelernt oder gearbeitet und die Uni an diesem Tag nicht besucht hast. Im Erststudium ist die Pauschale eine Sonderausgabe, im Zweitstudium und im Job Werbungskosten.

Kann ich Pauschalen ohne Nachweis absetzen?

Die gesetzlichen Pauschbeträge ja, etwa den Arbeitnehmer-Pauschbetrag, die Entfernungspauschale, die Homeoffice-Pauschale und die Verpflegungspauschalen. Arbeitsmittel-, Kontoführungs- und Telefonpauschale sind dagegen nur Nichtbeanstandungsgrenzen, die das Finanzamt meist durchgehen lässt, aber nicht muss.

Wo trage ich die Werbungskostenpauschale ein?

Nirgends. Den Arbeitnehmer-Pauschbetrag zieht das Finanzamt von selbst ab, sobald Du Arbeitslohn hattest. In die Anlage N trägst Du nur ein, wenn Deine tatsächlichen Werbungskosten zusammen über 1.230 € liegen.

Kann ich als Student den Laptop von der Steuer absetzen?

Ja, und zwar komplett im Jahr des Kaufs, egal was er gekostet hat. Computer, Tablet und Software dürfen seit 2021 sofort abgeschrieben werden. Nutzt Du das Gerät auch privat, setzt Du nur den Anteil fürs Studium oder den Job an, oft die Hälfte.

Zählen die Pauschalen auch im Erststudium?

Ja, aber als Sonderausgaben bis 6.000 € im Jahr, eingetragen in Zeile 13 der Anlage Sonderausgaben. Sie wirken nur, wenn Du im selben Jahr Einkommen hattest. Erst im Zweitstudium sind es Werbungskosten, die Du als Verlustvortrag mitnehmen kannst.