Grundfreibetrag, wie viel Einkommen steuerfrei bleibt und wie Du ihn nutzt
Stand: · Werte für das Steuerjahr 2025
Der Grundfreibetrag ist der Teil Deines Einkommens, auf den keine Einkommensteuer anfällt. Für das Jahr 2026 sind das 12.348 € und 12.096 € für 2025. Bei Ehepaaren gilt das Doppelte. Du musst ihn nicht beantragen, er steckt im Steuertarif und im monatlichen Lohnsteuerabzug. Für Studenten ist er die wichtigste Zahl der Steuererklärung, denn wer im Jahr darunter bleibt, bekommt jede einbehaltene Lohnsteuer zurück. Hier findest Du ein Rechenbeispiel, wie sich der Grundfreibetrag beim Lohnsteuerabzug auswirkt und wann sich die Steuererklärung deshalb lohnt.
Wie hoch ist der Grundfreibetrag?
Der Grundfreibetrag steigt fast jedes Jahr, weil er das Existenzminimum abbildet, das die Bundesregierung alle zwei Jahre im Existenzminimumbericht neu berechnet. Für das Steuerjahr 2025 liegt er bei 12.096 € für Ledige und 24.192 € für zusammen veranlagte Ehepaare. Wer eine ältere Steuererklärung nachreicht, rechnet mit dem Wert des jeweiligen Jahres, der Grundfreibetrag 2022 und der Grundfreibetrag 2021 stehen deshalb mit in der Tabelle. Für 2027 sieht der Regierungsentwurf vom September 2026 12.564 Euro vor und für 2028 12.900 Euro, beschlossen ist das noch nicht.
| Steuerjahr | Grundfreibetrag ledig | Grundfreibetrag verheiratet |
|---|---|---|
| 2026 | 12.348 € | 24.696 € |
| 2025 | 12.096 € | 24.192 € |
| 2024 | 11.784 € | 23.568 € |
| 2023 | 10.908 € | 21.816 € |
| 2022 | 10.347 € | 20.694 € |
| 2021 | 9.744 € | 19.488 € |
| 2020 | 9.408 € | 18.816 € |
| 2019 | 9.168 € | 18.336 € |
| 2018 | 9.000 € | 18.000 € |
Was der Grundfreibetrag ist und wie er bei den Steuern wirkt
Ein steuerlicher Grundfreibetrag ist keine Zahl, die das Finanzamt von Deinem Einkommen abzieht, sondern die erste Stufe des Einkommensteuertarifs (§ 32a EStG). Bis zu dieser Grenze beträgt der Steuersatz null, darüber beginnt er bei 14 Prozent und steigt mit jedem weiteren Euro. Besteuert wird dabei nie das Brutto, sondern das zu versteuernde Einkommen, also der Betrag, der nach Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen übrig bleibt. Grundfreibetrag und Steuern hängen damit an einer Frage, wie hoch dieser Rest ist, und Grundfreibetrag und Steuererklärung gehören zusammen, weil erst die Erklärung den Rest klein rechnet.
| Zu versteuerndes Einkommen 2025 | Einkommensteuer | Warum |
|---|---|---|
| 12.096 € | 0 € | genau der Grundfreibetrag, alles steuerfrei |
| 12.500 € | 58 € | 404 Euro darüber, mit rund 14 Prozent besteuert |
| 15.000 € | 485 € | 2.904 Euro darüber, der Satz steigt schon leicht |
| 20.000 € | 1.639 € | 7.904 Euro darüber, im Schnitt gut 20 Prozent auf den Teil darüber |
Der Grundfreibetrag ist ein Freibetrag, keine Freigrenze. Bei einer Freigrenze wird der ganze Betrag steuerpflichtig, sobald Du einen Euro darüber liegst, beim Freibetrag immer nur der Teil darüber. Wer 12.500 Euro zu versteuern hat, zahlt nur Steuern auf 404 Euro, nicht auf 12.500. Und weil der Tarif nach Splitting rechnet, gilt für Ehepaare bei Zusammenveranlagung der doppelte Betrag auf das gemeinsame Einkommen, unabhängig davon, wer von beiden es verdient hat.
Beispiel: Lara verdient als Werkstudentin 15.000 Euro im Jahr. Sie setzt 1.560 Euro Fahrtkosten als Werbungskosten ab, ihre Beiträge zur Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung von rund 2.900 Euro laufen als Sonderausgaben. Zu versteuern bleiben etwa 10.500 Euro, das liegt unter dem Grundfreibetrag, ihre Einkommensteuer ist null, und die Lohnsteuer, die der Arbeitgeber in den gut bezahlten Monaten einbehalten hat, bekommt sie komplett zurück.
Grundfreibetrag beantragen? Nein, er wird automatisch abgezogen
Der Grundfreibetrag muss nicht beantragt werden und er wird automatisch an zwei Stellen berücksichtigt. Im Steuerbescheid steckt er im Tarif, das Finanzamt rechnet ihn bei jeder Veranlagung ein. Beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt Dein Arbeitgeber in den Steuerklassen 1 bis 4 jeden Monat ein Zwölftel davon, deshalb fällt bei einem Gehalt von rund 1.000 Euro im Monat keine Lohnsteuer an. In Steuerklasse 5 und 6 fehlt er, dort wird vom ersten Euro an einbehalten, und Du holst ihn erst mit der Steuererklärung zurück. Grundfreibetrag und Lohnsteuer passen also im Monat nur zusammen, wenn Du das ganze Jahr gleich viel verdienst.
Genau das tun Studenten selten. Wer in den Semesterferien drei Monate für 2.500 Euro arbeitet, zahlt in diesen Monaten Lohnsteuer, als würde er das ganze Jahr so verdienen, denn der Arbeitgeber kennt nur den Monat. Im Jahr liegt er mit 7.500 Euro weit unter dem Grundfreibetrag, und die einbehaltene Lohnsteuer kommt mit der Steuererklärung bis auf den letzten Cent zurück. Das ist der Grund, warum sich die Steuererklärung für Studenten fast immer lohnt, auch ohne einen einzigen Beleg. Beim Minijob gilt das nicht, dort zahlt der Arbeitgeber die Steuer pauschal, und es gibt nichts zurückzuholen.
Einkommen unter dem Grundfreibetrag, Steuererklärung abgeben oder nicht?
Eine Pflicht gibt es nicht, solange keiner der Pflichtgründe greift, etwa Steuerklasse 6 oder Nebeneinkünfte. Eine Steuererklärung lohnt sich in drei Fällen. Wenn Dir Lohnsteuer abgezogen wurde, bekommst Du sie zurück. Wenn Du im Zweitstudium bist und mehr Werbungskosten als Einkommen hast, stellt das Finanzamt einen Verlustvortrag fest, der in den ersten Berufsjahren Steuern spart. Und wenn Dein Einkommen knapp über dem Grundfreibetrag liegt, drücken die Pauschalen und Werbungskosten es meist darunter. Für die freiwillige Erklärung hast Du vier Jahre Zeit. Deine Steuererklärung für 2025 kannst Du also bis Ende 2029 abgeben.
Wer Einkommen unter dem Grundfreibetrag hat und keine Lohnsteuer gezahlt hat, etwa mit einem Minijob oder einem Werkstudentenjob unter 1.000 Euro im Monat, bekommt auch nichts zurück, für ihn ist die Steuererklärung Arbeit ohne Ertrag. Ausnahme ist der Verlustvortrag im Zweitstudium, der lohnt sich gerade bei null Einkommen.
Grundfreibetrag bei Ehepaaren, Kindern, Rentnern und internationalen Studierenden
Bei Zusammenveranlagung bekommt das Ehepaar den doppelten Grundfreibetrag auf das gemeinsame Einkommen, 24.192 €, und beim Lohnsteuerabzug steckt in Steuerklasse 3 der doppelte, in Klasse 5 keiner. Kinder haben ihren eigenen Kinderfreibetrag, der bei den Eltern zusätzlich zählt, und ein Kind mit eigenem Job hat seinen eigenen Grundfreibetrag. Rentner haben denselben Grundfreibetrag wie alle, nur ist bei ihnen ein Teil der Rente ohnehin steuerfrei, der Rentenfreibetrag, der zum Grundfreibetrag hinzukommt.
Für internationale Studierende gilt der Grundfreibetrag, sobald sie in Deutschland wohnen und damit unbeschränkt steuerpflichtig sind, also praktisch immer. Nur wer ohne Wohnsitz in Deutschland hier Einkünfte hat, etwa mit einem kurzen Praktikum aus dem Ausland, wird beschränkt steuerpflichtig und bekommt keinen Grundfreibetrag.
Grundfreibetrag ist nicht Grundsteuerfreibetrag
Viele suchen nach dem Grundsteuerfreibetrag und meinen den Grundfreibetrag. Die Grundsteuer auf Grundstücke und Häuser hat keinen Freibetrag, sie fällt vom ersten Quadratmeter an an. Der Grundfreibetrag gehört zur Einkommensteuer und zur Lohnsteuer und hat mit Grundstücken nichts zu tun. Wer die Steuer auf sein Einkommen meint, ist hier richtig.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der Grundfreibetrag 2026?
12.348 € für Ledige und 24.696 € für zusammen veranlagte Ehepaare. 2025 waren es 12.096 € und 24.192 €.
Wie hoch war der Grundfreibetrag 2022 und 2021?
2022 lag er bei 10.347 Euro, 2021 bei 9.744 Euro, jeweils für Ledige, Ehepaare das Doppelte. Für eine nachgereichte Steuererklärung zählt der Wert des jeweiligen Jahres, nicht der aktuelle.
Muss ich den Grundfreibetrag beantragen?
Nein. Er steckt im Einkommensteuertarif und wird bei jeder Steuerberechnung automatisch berücksichtigt, beim Lohnsteuerabzug in den Steuerklassen 1 bis 4 anteilig jeden Monat. Nur in Steuerklasse 5 und 6 fehlt er, dort holst Du ihn mit der Steuererklärung nach.
Wird der Grundfreibetrag vom Bruttoeinkommen abgezogen?
Nein, er gilt für das zu versteuernde Einkommen, also für das, was nach Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnlichen Belastungen übrig bleibt. Erst wenn dieser Rest über dem Grundfreibetrag liegt, fällt Steuer an, und zwar nur auf den Teil darüber, beginnend mit 14 Prozent.
Muss ich eine Steuererklärung abgeben, wenn mein Einkommen unter dem Grundfreibetrag liegt?
Nein, aber Du solltest, sobald Dir Lohnsteuer abgezogen wurde. Der Arbeitgeber rechnet monatlich, das Finanzamt jährlich, und wer im Jahr unter dem Grundfreibetrag bleibt, bekommt die komplette Lohnsteuer zurück. Dafür hast Du vier Jahre Zeit.
Gilt der Grundfreibetrag für Ehepaare doppelt?
Ja, bei Zusammenveranlagung gilt der doppelte Betrag für das gemeinsame Einkommen, 24.192 €. Kinder haben einen eigenen Kinderfreibetrag, der zusätzlich zählt.
Was ist der Unterschied zwischen Grundfreibetrag und Grundsteuerfreibetrag?
Der Grundfreibetrag gehört zur Einkommensteuer und stellt das Existenzminimum steuerfrei. Einen Grundsteuerfreibetrag gibt es nicht, die Grundsteuer auf Grundstücke kennt keinen Freibetrag, nur Ermäßigungen für bestimmte Gebäude.