Warum bei Airbnb Steuern für eine vermiete Wohnung anfallen
Immer mehr Privatleute vermieten ihre eigenen vier Wände oder freie Wohnungen über die Plattform Airbnb. Dabei wissen viele nicht, dass die Einnahmen über Airbnb versteuert werden müssen. Der Grund dafür ist, dass das Finanzamt bei Airbnb keinen Unterschied zu einer herkömmlich vermieteten Wohnung sieht. Konkret bedeutet dies, dass Du alle Airbnb-Einkünfte versteuern musst, sobald Deine Mieteinnahmen daraus höher als 520 Euro pro Jahr waren.
Warum müssen Airbnb Einnahmen versteuert werden?
In Deutschland unterliegen Mieteinnahmen dem Einkommensteuergesetz, da sie als regemäßiges Einkommen gewertet werden. Wie auch bei Deinen anderen Einkommensformen musst Du zwar zunächst bei Einnahmen über Airbnb Steuern zahlen, allerdings kannst Du Deine Steuerlast durch Werbungskosten reduzieren, die Dir im Zusammenhang mit der Vermietung Deiner Wohnung entstehen.
Ein paar Trostpflaster gibt es dennoch: Grundsätzlich fällt bei Airbnb weder Umsatzsteuer noch Mehrwertsteuer an und Mieteinnahmen von 520 Euro oder weniger sind steuerlich nicht relevant. Auch wenn es verlockend sein kann, solltest Du in jedem Fall Deine Airbnb-Einnahmen versteuern und in Deiner Steuererklärung angeben, da die Finanzverwaltung alle Unterlagen deutscher Wohnungsanbieter einsehen kann. Erklärst Du Dein Einkommen über die Plattform nicht, droht ein Steuerstrafverfahren und hohe Verzugszinsen.
Airbnb-Vermietung zusammengefasst:
- Auch bei Vermietungen über Airbnb können Werbungskosten geltend gemacht werden.
- Einnahmen durch Kurzvermietung über 520 Euro müssen bei der Steuer angeben werden.
- Bei Nichterklärung drohen hohe Strafzahlungen.
Einnahmen durch Airbnb in der Steuererklärung richtig angeben
Immer mehr Menschen geben ihre Steuererklärung über ELSTER online ab. Die Formulare sind nicht immer intuitiv, weshalb wir Dir an einem kleinen Beispiel zeigen, wo Du Deine Einnahmen durch Airbnb in der Steuererklärung angeben musst.
Zunächst fügst Du dazu Deinen Formularen Anlage V hinzu. Bist Du selbst Mieter und hast Deine Wohnung zur Zwischenmiete angeboten, klickst Du auf Andere Einkünfte und gibst Deine Airbnb-Einnahmen bei Einkünfte aus Untervermietung von gemieteten Räumen ein.
Andernfalls klickst Du auf Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung und füllst die Seite Allgemeine Angaben zum Grundstück aus. Danach gibst Du Deine Mieteinnahmen sowie Nebenkosten unter Einnahmen an. In diesem Fall betrugen die Mieteinnahmen 2.000 Euro und die von Dir getragenen Nebenkosten 220 Euro.
Diese Werbungskosten senken bei einer Airbnb-Vermietung die Steuer
Normalerweise liegen die Einnahmen bei der Vermietung eines Zimmers oder einer Wohnung deutlich über dem Freibetrag von 520 Euro. In diesem Fall ist es sinnvoll, anfallende Werbungskosten geltend zu machen, denn diese reduzieren bei einer Vermietung über Airbnb Steuern und dienen somit als Ausgleich für die Ausgaben, die Dir ausschließlich durch das Vermieten entstanden sind.
Grundsätzlich kannst Du die meisten Kosten, die im Zusammenhang mit Deiner Wohnung anfallen, steuerlich geltend machen. Bietest Du ein Privatzimmer oder -wohnung an, für die Du regulär Miete zahlst, kannst Du diese anteilig geltend machen.
Das gilt auch für Handwerkerkosten für die vermietete Wohnung sowie Zahlungen direkt an Airbnb, da Dir auch hier durch Airbnb Werbungskosten entstehen. Zusätzlich kannst Du weitere Dienstleistungen oder anfallende Gebühren angeben, um bei Airbnb-Vermietungen Steuern zu sparen. Auch die auf die vermietete Wohnung entfallenden Nebenkosten lassen sich bei Kurzvermietungen steuerlich absetzen. Allerdings nur für den Zeitraum, in dem die Wohnung auch tatsächlich über Airbnb vermietet war.
Beispiel: Werbungskosten bei Airbnb-Vermietung
Angenommen Du fährst für 14 Tage in den Urlaub und vermietest Dein Appartement für 2.000 Euro. Damit wärst Du über dem Freibetrag von 520 Euro und müsstest für Deine Einnahmen über Airbnb Steuern zahlen.
Daneben fallen jährlich aber auch 14.000 Euro an Nebenkosten sowie Miete an, weshalb Du 536 Euro (14.000 Euro/365 Tage * 14 Tage) an Werbungskosten geltend machen kannst. Dadurch sinkt Dein zu versteuerndes Einkommen auf 1.464 Euro.
Darf ich auch als Mieter meine Wohnung über Airbnb anbieten?
Willst Du eine gemietete Wohnung oder ein Zimmer für einen kurzen Zeitraum über eine Vermietungsplattform wie Airbnb oder Wimdu anbieten, muss das von Deiner Vermieterin explizit genehmigt werden. Das gilt übrigens auch für einen Zwischenmieter, denn in Deutschland ist es ohne die Erlaubnis Deines Vermieters verboten, Deine Mietwohnung Dritten zu überlassen. Bevor Du Dir also Gedanken machst, ob Du Deine Einnahmen bei Airbnb versteuern musst, erkundige Dich zunächst, ob Deine Vermieterin damit einverstanden ist – und das am besten schriftlich.