Studentenjob und Steuern: was Du steuerfrei verdienen darfst
Stand: · Werte für das Steuerjahr 2025
Bei den meisten Studentenjobs zahlst Du wenig oder gar keine Steuern. Wie viel vom Lohn übrig bleibt, hängt von der Jobform ab. Minijob, Midijob, Werkstudent, Ferienjob und Honorarbasis haben jeweils eigene Regeln. Hier findest Du für jede Form die Steuern und Sozialversicherungsabgaben, alle Verdienstgrenzen und einen einfachen Weg, zu viel gezahlte Lohnsteuer zurückzuholen.
Welche Abgaben fallen bei einem Studentenjob an?
Ob Du bei Deinem Studentenjob Steuern zahlst, hängt weniger davon ab, wie viel Du verdienst. Entscheidend ist, wie Dein Nebenjob angemeldet ist. Dafür gibt es fünf Formen, auch als studentische Aushilfe arbeitest Du immer in einer davon. In Deinem Arbeitsvertrag findest Du, welcher Fall auf Dich zutrifft.
| Jobform | Verdienst | Steuern | Sozialversicherung |
|---|---|---|---|
| Minijob | bis 556 € im Monat | meist 2 Prozent pauschal, zahlt der Arbeitgeber | nur Rente, Befreiung möglich |
| Midijob | 556 € bis 2.000 € im Monat | Lohnsteuer nach Steuerklasse | reduzierte Beiträge, als Werkstudent nur Rente |
| Werkstudent | unbegrenzt, höchstens 20 Stunden pro Woche in der Vorlesungszeit | Lohnsteuer nach Steuerklasse | nur Rente |
| Ferienjob (kurzfristig) | unbegrenzt, höchstens 70 Arbeitstage oder 3 Monate im Jahr | Lohnsteuer nach Steuerklasse, in Sonderfällen pauschal | keine Beiträge |
| Honorarbasis | unbegrenzt | Einkommensteuer über dem Grundfreibetrag | keine automatischen Abzüge |
Der gesetzliche Mindestlohn von 12,82 € pro Stunde gilt für jeden Studentenjob, auch für Minijobs. Egal welche Jobform Du hast, zu viel einbehaltene Lohnsteuer holst Du Dir mit einer Steuererklärung zurück.
Wie hoch ist der Steuerfreibetrag für Studenten?
Einen eigenen Steuerfreibetrag für Studenten gibt es nicht. Es gilt der Grundfreibetrag von 12.096 € wie für alle anderen auch. Erst wenn Dein zu versteuerndes Einkommen im Jahr darüber liegt, fällt Einkommensteuer an. Dazu kommt die Werbungskostenpauschale von 1.230 €, die das Finanzamt automatisch abzieht. Steuerfrei verdienen dürfen Studenten damit deutlich mehr als 1.000 Euro im Monat.
Der Steuerfreibetrag bezieht sich beim Studentenjob nicht auf Deinen Bruttolohn, sondern auf das zu versteuernde Einkommen. Das ist Dein Bruttolohn minus Werbungskosten und Versicherungsbeiträge. Deshalb lohnt sich die Steuererklärung auch dann, wenn Dein Lohn über der Grenze zu liegen scheint.
Wie viel darf ich als Student überhaupt verdienen?
Verdienen darfst Du als Student so viel Du willst. Eine steuerliche Obergrenze für Zuverdienst oder Nebenverdienst gibt es nicht. Nur Minijob und Midijob sind der Höhe nach gedeckelt. Verdienst Du mehr, rutschst Du automatisch in die nächste Jobform. Auf den Teil über dem Grundfreibetrag zahlst Du ganz normal Einkommensteuer wie jeder andere Arbeitnehmer. Wie viel Dir vom Studentenjob bleibt, entscheiden deshalb weniger die Steuern. Wichtiger sind die Grenzen der Krankenversicherung, des BAföG und beim Werkstudentenstatus die Arbeitszeit.
Welche Steuern und Abgaben zahlst Du beim Minijob im Studium?
Beim Minijob zahlst Du selbst in der Regel keine Steuern. Dein Arbeitgeber übernimmt sie mit einer Pauschale von 2 Prozent, für Dich ist der Minijob dann steuerfrei. Er taucht in keiner Steuererklärung auf, und eine Steuerklasse brauchst Du als Student mit Minijob ebenfalls nicht. Verdienen darfst Du bis zu 556 € im Monat, aufs Jahr gerechnet 6.672 €. Einzelne stärkere Monate sind erlaubt, entscheidend ist die Jahresgrenze.
Bei den Sozialversicherungsabgaben fällt nur die Rentenversicherung mit 3,6 Prozent Deines Lohns an. Davon kannst Du Dich per Antrag beim Arbeitgeber befreien lassen. Ohne Befreiung zählen die Monate dafür voll für Deine spätere Rente. Die alte 450-Euro-Grenze gibt es übrigens nicht mehr. Seit Oktober 2022 ist die Minijob-Grenze an den Mindestlohn gekoppelt, mehr als 450 Euro verdienen dürfen Studenten hier also längst. Nimmst Du als Student zwei Minijobs an, werden sie zusammengerechnet. Bleibt die Summe unter der Jahresgrenze, ändert sich nichts. Kommst Du über sie hinaus, werden beide Minijobs sozialversicherungspflichtig.
Steuertipp: Welche Besteuerungsoptionen es beim Minijob gibt und wann sich die individuelle Besteuerung lohnt, erklärt der Artikel Steuern bei Minijobs.
Welche Abgaben zahlst Du beim Midijob als Student?
Beim Midijob zahlst Du reduzierte Sozialversicherungsbeiträge, die mit dem Verdienst langsam auf den vollen Satz ansteigen. Der Midijob ist der Übergangsbereich zwischen 556 € und 2.000 € im Monat. Als eingeschriebener Student mit höchstens 20 Wochenstunden betrifft Dich von den Sozialabgaben meist nur die Rentenversicherung. Für Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung greift das Werkstudentenprivileg aus dem nächsten Abschnitt. Die Lohnsteuer läuft ganz normal über Deine Steuerklasse.
Welche Steuern und Abgaben zahlst Du als Werkstudent?
Als Werkstudent zahlst Du an Sozialabgaben nur 9,3 Prozent Deines Bruttolohns als Beitrag zur Rentenversicherung, die Lohnsteuer läuft nach Deiner Steuerklasse. Werkstudent bist Du, wenn Du regelmäßig mehr als 556 € verdienst und während der Vorlesungszeit höchstens 20 Stunden pro Woche arbeitest. Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung entfallen, das ist das Werkstudentenprivileg. Auch als studentische Hilfskraft an der Uni zahlst Du Steuern und Abgaben nach genau diesen Regeln. Weil keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung fließen, entsteht aus dem Job aber auch kein Anspruch auf Arbeitslosengeld.
Was besagt die 20-Stunden-Regel für Werkstudenten?
In der Vorlesungszeit darfst Du als Werkstudent höchstens 20 Stunden pro Woche arbeiten, und zwar in allen Jobs zusammen. Ein Minijob, der frühere 450-Euro-Job, zählt neben dem Werkstudentenjob also mit. Mehr arbeiten darfst Du am Abend, in der Nacht, am Wochenende und in den Semesterferien. Innerhalb eines Jahres darfst Du aber höchstens 26 Wochen über 20 Stunden arbeiten. Liegst Du dauerhaft darüber, verlierst Du das Privileg und zahlst volle Sozialversicherungsbeiträge.
Zahlen Werkstudenten Lohnsteuer?
Ja. Steuerlich bist Du als Werkstudent ein normaler Arbeitnehmer. Dein Arbeitgeber behält Lohnsteuer nach Deiner Steuerklasse ein, als Lediger mit einem Job ist das Steuerklasse 1. Einen eigenen Steuerfreibetrag für Werkstudenten gibt es nicht, es gilt der Grundfreibetrag von oben. Bleibt Dein Jahreseinkommen abzüglich der Werbungskosten darunter, bekommst Du die komplette Lohnsteuer mit der Steuererklärung zurück.
Dual Studierende sind keine Werkstudenten. Sie gelten als Auszubildende und zahlen alle Sozialversicherungsbeiträge. Was für sie gilt, findest Du im Ratgeber Duales Studium: Steuererklärung leicht gemacht.
Darfst Du als Student in den Semesterferien Vollzeit arbeiten?
Ja, als Student darfst Du in den Semesterferien Vollzeit arbeiten, ohne dass Dein Status gefährdet ist. Steuern und Abgaben beim Ferienjob richten sich nach der Beschäftigungsdauer. Läuft Dein Job höchstens drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr, ist er eine kurzfristige Beschäftigung. Dann fallen gar keine Sozialversicherungsbeiträge an, egal wie viel Du verdienst.
Steuern zahlst Du bei der kurzfristigen Beschäftigung dagegen ganz normal. Der Arbeitgeber rechnet nach Deiner Steuerklasse ab, in Sonderfällen pauschal. Gerade beim gut bezahlten Ferienjob lohnt sich eine Steuererklärung! Mit ein paar Monaten Vollzeit bleibst Du aufs Jahr gerechnet oft unter dem Grundfreibetrag und bekommst die Lohnsteuer komplett zurück.
Für Studenten aus Staaten außerhalb der EU setzt das Ausländerrecht zusätzlich eine Grenze von 140 vollen oder 280 halben Arbeitstagen im Jahr. Was steuerlich für sie gilt, steht im Artikel zur Besteuerung ausländischer Studenten.
Was musst Du dem Finanzamt melden, wenn Du auf Honorarbasis arbeitest?
Arbeitest Du auf Honorarbasis, etwa als Nachhilfelehrer, Texterin oder Programmierer, bist Du selbständig und meldest die Tätigkeit innerhalb eines Monats beim Finanzamt an. Das geht über den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung in ELSTER, das Finanzamt teilt Dir dann eine Steuernummer zu. Du schreibst Rechnungen, bekommst den vollen Betrag ausgezahlt und versteuerst Deine Einkünfte selbst.
Deinen Gewinn ermittelst Du mit einer Einnahmenüberschussrechnung in der Anlage EÜR, die elektronisch ans Finanzamt geht. Einkommensteuer fällt erst an, wenn alle Deine Einkünfte zusammen über dem Grundfreibetrag liegen. Verdienst Du neben einem Anstellungsjob mehr als 410 € im Jahr auf Honorarbasis, wird die Steuererklärung zur Pflicht. Bis 25.000 € Umsatz im Vorjahr giltst Du als Kleinunternehmer und musst dann keine Umsatzsteuer ausweisen.
Welche Verdienstgrenzen gelten in der Sozialversicherung für Studenten?
Die wichtigste Verdienstgrenze für Studenten betrifft die Krankenversicherung. Bis 25 bist Du kostenlos über Deine Eltern familienversichert, aber nur solange Dein Einkommen im Rahmen bleibt. Sozialversicherungsabgaben sind die Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung. Was davon bei welcher Jobform anfällt, zeigt die Tabelle oben.
| Situation | Einkommensgrenze pro Monat |
|---|---|
| Familienversicherung allgemein | 535 € |
| nur ein Minijob | 556 € |
| Werkstudent | 637,50 €, also die Grenze plus anteilige Werbungskostenpauschale |
Liegst Du darüber oder bist über 25, musst Du Dich selbst in einer studentischen Krankenversicherung versichern. Bis zum 30. Geburtstag gibt es meist günstige Studententarife. In jedem Fall muss Dein Studium Deine Hauptbeschäftigung bleiben. Arbeitest Du dauerhaft mehr als 20 Stunden pro Woche, giltst Du als Arbeitnehmer und zahlst volle Beiträge.
Wie viel darfst Du neben dem BAföG mit einem Studentenjob dazuverdienen?
Als Student darfst Du neben dem BAföG bis zur Freigrenze von 6.672 € im Jahr dazuverdienen, ohne dass etwas auf die Förderung angerechnet wird. Das entspricht einem durchgehenden Minijob. Verdienst Du im Bewilligungszeitraum mehr, wird der Überschuss auf die Förderung angerechnet. Für selbständige Einkünfte gilt ein niedrigerer Freibetrag.
Wichtig: Melde Deinen Nebenjob dem Amt für Ausbildungsförderung, spätestens wenn sich Dein Einkommen ändert. Sonst drohen Rückforderungen.
Lohnt sich eine Steuererklärung für den Studentenjob?
Ja, fast immer, sobald Lohnsteuer einbehalten wurde. Ob Werkstudentenjob, Midijob oder Ferienjob spielt dabei keine Rolle. Bleibt Dein Jahreseinkommen nach Abzug der Werbungskosten unter dem Grundfreibetrag, bekommst Du die komplette Lohnsteuer zurück. Die wenigsten Studenten sind verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben.
Steuertipp: Mit unseren ausgefüllten Steuerbeispielen füllst Du die Steuererklärung für Deinen Nebenjob Schritt für Schritt kostenlos selbst aus.
Häufige Fragen
Wie viel dürfen Studenten steuerfrei verdienen?
Einen eigenen Steuerfreibetrag für Studenten gibt es nicht, es gilt der Grundfreibetrag von 12.096 €. Dazu kommt die Werbungskostenpauschale von 1.230 €. Erst wenn Dein zu versteuerndes Einkommen im Jahr darüber liegt, zahlst Du Einkommensteuer. Einbehaltene Lohnsteuer holst Du Dir mit der Steuererklärung zurück.
Zahlen Werkstudenten Steuern?
Ja, der Arbeitgeber behält Lohnsteuer nach der Steuerklasse ein, meist Steuerklasse 1. Bleibt das Jahreseinkommen abzüglich der Werbungskosten unter dem Grundfreibetrag von 12.096 €, kommt die komplette Lohnsteuer über die Steuererklärung zurück. In der Sozialversicherung zahlen Werkstudenten nur den Rentenbeitrag von 9,3 Prozent.
Sind Studentenjobs sozialversicherungspflichtig?
Das hängt von der Jobform ab. Beim Minijob fällt nur ein reduzierter Rentenbeitrag an, von dem Du Dich befreien lassen kannst. Werkstudenten zahlen nur Rentenversicherung. Eine kurzfristige Beschäftigung von höchstens 70 Arbeitstagen im Jahr ist komplett beitragsfrei. Voll sozialversicherungspflichtig wirst Du erst, wenn Du dauerhaft mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitest und das Studium nicht mehr die Hauptsache ist.
Welche Steuerklasse habe ich bei einem Studentenjob?
Als Lediger mit einem Job hast Du Steuerklasse 1, beim zweiten und jedem weiteren Job Steuerklasse 6. Ein pauschal versteuerter Minijob läuft ganz ohne Steuerklasse, ihn versteuert der Arbeitgeber mit 2 Prozent pauschal.
Kann ich als Student zwei Minijobs haben?
Ja, aber beide werden zusammengerechnet. Bleibt die Summe im Schnitt unter 556 € im Monat, bleiben beide abgabenfrei. Darüber werden sie sozialversicherungspflichtig. Neben einem Werkstudentenjob ist zusätzlich ein Minijob möglich, für die 20-Stunden-Regel zählt aber die Arbeitszeit aller Jobs zusammen.
Wie viel darf ich als Student neben dem BAföG verdienen?
Bis zur Freigrenze von 6.672 € im Jahr wird nichts auf das BAföG angerechnet, das entspricht einem durchgehenden Minijob. Wer mehr verdient, bekommt entsprechend weniger Förderung. Für selbständige Einkünfte gilt ein niedrigerer Freibetrag.
Was gilt für einen Ferienjob in den Semesterferien?
Bis zu drei Monate oder 70 Arbeitstage im Kalenderjahr ist der Ferienjob eine kurzfristige Beschäftigung. Es fallen keine Sozialversicherungsbeiträge an, egal wie viel Du verdienst. Lohnsteuer wird einbehalten, kommt aber über die Steuererklärung zurück, wenn Dein Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag bleibt.